| Jazz-Diskurs Sommerspezial | |
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Peter Schneider & the Stimulators |
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Peter Schneider(guit)
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Was die Stimulators eint, sind ihre unterschiedlichen musikalischen Erfahrungen, die sie aus vielen Ländern der Welt in ihre Musik einfließen lassen; man könnte Weltmusik dazu sagen. Afrikanische Rhythmen, nordamerikanische Stimmungen, jamaikanischer Shuffle, kubanischer Sound. Ich weiß, was Sie jetzt denken: Eine der üblichen Cover-Bands, die nach diversen "Selbsterfahrungstrips" herumziehen und meinen, mit ein paar Gläsern Rum jetzt den Rhythmus im Blut zu haben. Falsch! Denn was diese Jungs von vielen anderen unterscheidet ist einerseits, dass sie ihr Handwerk bestens beherrschen, andererseits, dass jeder einzelne etwas zu sagen hat - und das auch noch auf seine Mitspieler abzustimmen versteht. Peter Schneider, den sie wohl nicht ganz bierernst den "Chef" nennen, studierte und arbeitete in Amerika, war in renommierten Bands auf beiden Seiten des Atlantik aktiv und Studiomusiker unter anderem für Westernhagen, Ike Turner und Wecker. Schneider ist ein Bluesman. Mit Hingabe und ohne Schnörkel setzt er Akzente und führt eine Band, die bei aller Präzision einfach sinnliche Musik macht. Musik mit Anspruch, die trotzdem in die Hüfte und in die Beine geht. Die würde auch eine Party zum Tanztempel machen. Die Stimme von Oliver Stephan, voll und tief bis an den Boden eines guten Glases, ist vor allem bei den "karibischen" Stücken ein Treffer. Nebenbei sorgen seine lockeren Ansagen dafür, dass keine unnötige Distanz zwischen Band und Publikum aufkommt. Der Klang im Casino von Karstadt war hervorragend abgestimmt. Die Stimulators starteten eher langsam mit einem Song von einem nebligen Silvestertag in San Francisco; der Nebel lichtete sich umgehend. Die Band spielt eigene Stücke und neu arrangierte Coverversionen. Die Titel sind teilweise Programm, so bei dem B.B. King Klassiker "Every Day I Have The Blues" (stilgetreu gesungen von Oscar Pöhnl am Schlagzeug), "St. James Infirmary Blues" oder "Waltz(!) With You". Stücke von der letzten CD "Secret Mission" tragen häufig Titel wie aus einer kolumbianischen Bar "Mojito" oder "Havana Club" - und sie klingen auch so. Die Tänze verlocken aufzuspringen und ein wenig mit den Knochen zu wackeln. Mit der Gitarre gegen den Strich gebürstet gibt es Dizzy Gillespies "Birk's Works" und wer "Quantanamera" eigentlich nicht mehr hören kann, dem zeigt das Sextett wie man durch eine unterlegte Gnossienne von Satie den Gassenhauer veredelt. Bestehende Stile neu zu verarbeiten ist wie die Neu-Inszenierung eines bekannten Theaterstücks: man kann es dadurch gelungen in das Heute versetzen und ihm ein "modernes" Outfit verpassen, man kann es auch verhunzen. Bei dieser Mission haben die Stimulators den schmalen Grat getroffen. DAS müssen Sie sehen! ...und wir sehen SIE gern. |
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