Jazz-Diskurs Nr. 38
  Der Rote Bereich
 

Frank Möbus / guit
Oliver Steidle / drums
Rudi Mahall / bcl

 

  Nicht dass die Herren mit den komischen Anzügen, den hoch gestellten Krägen und den langen Koteletten mittlerweile ergraute Jubilare wären, aber dennoch: Der Rote Bereich wird 10 Jahre alt und sie haben allen Grund zum Feiern: Der Rote Bereich gilt nicht erst seit gestern aufgrund seiner eigenwilligen Musik, seines anarchistischen Humors, seiner intelligenten Arrangements und seines originellen Sounds "als wichtigster Vertreter des deutschen Avantgarde-Jazz" (Tagespiegel) - auch wenn die eben erwähnten Herren selbst den Begriff Avantgarde nur akzeptieren würden, steckt man sie damit nicht in irgendeine musikalische Schublade.

Der Rote Bereich wurde 1992 von Gitarrist Frank Möbus und dem Bassklarinettisten Rudi Mahall in Nürnberg als Quintett-Formation mit dem amerikanischen Jazzposaunisten Marty Cook, Henning Sieverts am Bass und Jim Black, dem Drummer aus der New Yorker Knitting-Factory-Szene, mit dem Frank Möbus bis heute in Carlos Bicas Gruppe "Azul" zusammenarbeitet, gegründet.
Bei allen Umformierungen, die die Gruppe seitdem erfahren hat, prägten doch Frank Möbus und Rudi Mahall von Beginn an mit ihrer kreativen Suche nach frischem Klang, ihren doppelbödigen, von Pop und Rock ebenso wie von Jazz und Zwölfton-Musik geprägten Kompositionen und ihrer sehr individuellen, energiegeladenen Spielweise den unverwechselbaren Sound der Band, fernab jeglicher Konventionen, Klischees und kommerziellen Erwägungen. Sie räumen radikal mit eingefahrenen Hörgewohnheiten auf, verblüffen immer aufs Neue mit überraschenden Rhythmuswechseln, unerwarteten Harmonieverschiebungen oder subversiv-ironischen Umdeutungen und haben dadurch auch ein junges Publikum für sich gewonnen, das Jazzkonzerten sonst eher reserviert gegenübersteht.

DAS müssen Sie sehen! ...und wir sehen SIE gern.
   
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